Zukunftsperspektiven im Gesundheitswesen

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe: Wir brauchen eine leistungsstarke Gesundheitswirtschaft, faire Vergütung in Pflege- und medizinischen Berufen sowie eine Krankenhausreform mit dem Ziel einer qualitätsorientierten intelligenten Arbeitsteilung mit intersektoraler Zusammenarbeit.

Etwa 130 Gäste konnte Werner Schreiber, Minister a. D. und Vorsitzender der Gesundheitsregion Saar e.V., am Donnerstag, dem 17. September, in der Bel Étage in der Spielbank Saarbrücken begrüßen. Anlass war der Besuch von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe, der vor den Gästen über die „Zukunftsperspektiven im Gesundheitswesen“ sprach. Auch die saarländische Gesundheitsministerin Monika Bachmann sowie die Landtagsabgeordneten Dagmar Heib, Tobias Hans, Peter Strobel und Volker Schmidt nahmen teil.

Die derzeit gute medizinische Versorgungssituation in Deutschland gelte es angesichts der Herausforderungen einer älter und weniger werdenden Bevölkerung sowie der Abwanderung von Menschen aus dem ländlichen Raum sicherzustellen, brachte Hermann Gröhe die zentrale Aufgabe auf den Punkt. Die medizinische Forschung in Deutschland sei zwar anerkannt weltweit führend, die Gesundheitswirtschaft mit hoher jährlicher Wachstumsrate ein brummender Motor, aber dieser Situation stünden Sorgen gegenüber. Sorgen, weil zunehmend mehr ältere Menschen intensive medizinische Betreuung benötigen, neue Krankheitserscheinungen auftreten und allgemein befürchtet werde, dass die Behandlungsqualität zunehmend von der Frage abhängt, ob man gesetzlich oder privat versichert ist.

In der Krankenhausreform gelte es die Krankenhauslandschaft klug weiterzuentwickeln, indem regional eine qualitätsorientierte intelligente Arbeitsteilung zwischen den bestehenden Häusern - anstelle einer Vollversorgung an jedem Standort - angestrebt wird. Zwischen den medizinischen Behandlungssektoren seien zu lange „Mauern gebaut“ worden, jetzt sei es an der Zeit, mit dem Ziel eine Rundumversorgung in den Regionen zu gewährleisten, dazu überzugehen „Brücken zu bauen“.
Wichtig sei in diesem Zusammenhang eine fairere Vergütung für medizinisch und pflegerisch tätiges Personal durchzusetzen. Ausbildung und Tarife in der Pflege müssten deutlich aufgewertet werden, um Anreize in der Berufswahl junger Menschen zu schaffen.
Bedeutendes Instrument für die Verbesserung in der Pflege und medizinischen Betreuung könne die Digitalisierung im Gesundheitswesen sein. Das heiße nicht, den Datenschutz außer Acht zu lassen; doch orientiert an dem Ziel, jedem Einzelnen - im Alter oft mehrfach kranken Menschen - möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen, sei es sinnvoll, wenn z. B. die Gesundheitskarte Informationen über die Medikationsplanung enthalte. Und letztlich sei auch Stärkung der betrieblichen Gesundheitsfürsorge ein wichtiger Baustein, gerade mit Blick auf die verlängerte Lebensarbeitszeit der Bevölkerung.

Ansprechpartner: Anja Kugler, Tel.: 0176 / 812 710 55
E-Mail: info@gesundheitsregion-saar.de

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