Mittwoch, 07. November 2012

"Rehabilitation: multiprofessionelle Ansätze - neue Aspekte aus der Medizin, Sportwissenschaft und Physiotherapie"

Die Gesundheitsregion Saar e.V. veranstaltete am 07.11.12 in Saarbrücken ein Symposium zu dem Thema:

Rehabilitation – Neue Wege im Gesundheitswesen.

Mit den Referenten Prof. Dr. Tim Meyer, Prof. Dr. Klaus Blischke und Dr. Holger Groß waren als Kardiologe, Sportwissenschaftler und Orthopäde drei unterschiedliche Professionen als Referenten eingeladen.

Durch die Erörterung der Fragestellung „Was ist besser für unsere Gesundheit: Aktivität oder Fitness?“ bewies Prof. Dr. Meyer, dass aktive Menschen weniger an koronaren Herzkrankheiten leiden und die Mortalitätsrate bei schon erkrankten Personen weitaus geringer ist als bei inaktiven Patienten. Personen mit einer erhöhten Grundfitness in der muskulären Kraft und vor allem im Ausdauerbereich senken statistisch gesehen das Risiko an der Vorerkrankung zu versterben signifikant ab. Als Fazit gilt, dass eine verbesserte Fitness die Lebenserwartung und die Lebensqualität steigert und dass es sich auch nach einer Erkrankung gesundheitsfördernd lohnt, die Fitness zu verbessern.

Prof. Dr. Blischke beschäftigte sich in seinem Vortrag mit dem „motorischen Lernen im Erwachsenenalter unter Berücksichtigung von Krankheit und Verletzung“. Sensationell und überraschend für das Publikum war der wissenschaftliche Beweis, dass Probanden beim Erlernen einer neuen motorischen Funktion nicht nur durch Üben, sondern auch durch Beobachtung von Trainierenden und durch anschließende mentale Simulation motorisch erhebliche Zugewinne verzeichnen können. Eine Erkenntnis, die es gilt bei belastungsunfähigen oder teilbelastenden Patienten umzusetzen.

Im zweiten Teil erklärt Prof. Blischke die Therapieerfolge bei Schlaganfallpatienten, deren motorische Defizite mit elektrischen Impulsen, Bewegungsmuster korrigierend, verbessert wurden.

Spannend war die Feststellung, dass Kraft, Koordination, aber auch das räumliche Sehen und der afferente Input (Propriozeption) das Sturzrisiko von älteren Patienten erheblich verringern.

„Die Schulterchirurgie wird in den kommenden Jahren an Stellenwert gewinnen“ erklärte der Orthopäde Dr. Holger Groß in seinem Referat: „Schulterchirurgie, neue Verfahren und deren Nachbehandlung“. Das Schulterimpingement ist eine häufige Diagnose, entsteht oft allerdings als Sekundäreffekt einer anderen Schultererkrankung wie z.B. der Rotatorenmanschettenruptur und kann zeitlich limitiert sogar den primären Krankheitswert darstellen. Eindrucksvoll wurden die klärende Differenzialdiagnostik und die möglichen operativen Verfahren, sowie deren Nachbehandlung erläutert.

Das Symposium wurde von den Referenten, als auch den Zuhörern aufgrund der exzellenten fachlichen Vorträge und dem multiprofessionellen Ansatz, Themen der medizinischen Rehabilitation darzustellen, hoch gelobt.

Eine – weitere – gelungene Veranstaltung der Gesundheitsregion Saar e.V..

Herbert Grund

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