Krankenhaus der Zukunft

Fachtagung der Gesundheitsregion Saar e.V. und der Techniker Krankenkasse

Über die Zukunft der Kliniklandschaft wird im Saarland wie andernorts viel diskutiert. Zumal Krankenhausleistungen hier in gleicher Höhe nach Fallpauschalen bezahlt werden – und zwar unabhängig davon, in welchem Haus sie erbracht werden. Da nun auch der bundeseinheitliche Basisfallwert zur Debatte steht, werden vor allem kostenintensive Kliniken vor neue Herausforderungen gestellt. Unter diesem Kostendruck entwickeln sich Wirtschaftlichkeit und Wettbewerbsorientierung zu immer wichtigeren Parametern bei der Gestaltung einer gesicherten und finanzierbaren Krankenhausversorgung. Dem tragen die Hauptreferenten mit ihren Beiträgen Rechnung: Jan Stanslowski, Vorstandsmitglied der Sana Kliniken AG, zeichnet ein Bild von der Krankenhaus-Zukunft, die seiner Meinung nach nicht von der Kostenführerschaft, sondern vom Qualitätswettbewerb abhängen solle. In qualitätsoptimierten Kliniken bestehe aber die Notwendigkeit einer breiten Vernetzung durch strategische Allianzen. Das gelte für den administrativen Bereich wie für die medizinischen Versorgung und das Qualitätsmanagement. Bernd Beyrle, Fachbereichsleiter für die stationäre Versorgung der Techniker Krankenkasse, sieht gerade in der Öffnung der Kliniken für ambulante Versorgungen erhebliches Potenzial zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit und Aufrechterhaltung des stationären Angebots für alle Patienten.

Qualität entscheidet - Wege werden weiter

Das "Krankenhaus um die Ecke" wird künftig über die medizinische Grundversorgung hinaus nicht mehr alle Leistungen anbieten. Der Weg des Patienten zum Klinikspezialisten wird weiter, doch soll sich die ärztliche Behandlung über eine Vernetzung der Gesundheitsanbieter ständig verbessern. Das ist das Ergebnis einer Experten-Fachtagung "Das Krankenhaus der Zukunft" von Techniker Krankenkasse (TK) und Gesundheitsregion Saar.

Obwohl das Saarland mit die höchsten Krankenhauskosten pro Patient in Deutschland hat, versicherte TK-Leiterin Ursel Schmill: "Wir reißen heute keine Krankenhäuser ab !". Angestrebt werden müsse künftig aber eine effizientere Zusammenarbeit von Leistungserbringern. "Die Menschen merken, wenn sie doppelt, dreifach und dann manchmal noch sinnlos nach langen Wartezeiten behandelt werden".

Jan Stanslowski von der Sana Kliniken AG der 33 privaten Krankenversicherungen sagte: "Die Zukunft eines Krankenhauses wird abhängen vom Qualitätswettbewerb und nicht von der Kostenführerschaft". Die Ärzte seien mehr, das Pflegepersonal weniger geworden. Vom Waren- und Materialeinkauf bis zur Diagnostik müssten die Kliniken mehr kooperieren und strategische Allianzen bilden. Die Verweildauer in den Krankenhäusern müsse weiter gesenkt werden, doch bleibe der Patient immer im Mittelpunkt. So müsse auch die Klinik neben genügend Parkraum ein patientengerechtes ansprechendes Ambiente bieten.

TK-Fachbereichsleiter Bernd Beyrle sagte, Deutschland habe im internationalen Vergleich ein "exzellentes Krankenhauswesen". Da der Trend in Europa zur grenzüberschreitenden medizinischen Versorgung gehe, habe die grenznahe Region Saarland sehr gute Chancen im "Zukunftsmarkt Krankenhaus".

Der Geschäftsführer der SHG Saarland Heilstätten GmbH, Alfons Vogtel, bezifferte die Deckungslücke der mehr als 2000 Krankenhäuser in Deutschland auf jährlich zwei Milliarden Euro. Dies erkläre auch den
hohen Milliarden-Investitionsstau über alle Kliniken hinweg. (Quelle: SZ)