Töpfer kritisiert den Export subventionierter Agrar-Produkte

Saarbrücken.
Eine Mitschuld an falschen Weichenstellungen in der Entwicklungspolitik und beim globalen Umweltschutz hat Klaus Töpfer (Foto: dpa) den USA zugewiesen. Bei einer Veranstaltung des Vereins Gesundheitsregion Saar am Wochenende in Saarbrücken warf der frühere Umweltminister und Direktor des UN-Umweltprogramms Washington vor, mit dem Export subventionierter Agrarprodukte der Landwirtschaft in Afrika Schaden zuzufügen.

Wenn in den USA eine Maisernte erhöhte Erträge gebracht habe, so Töpfer, der lange Jahre in Nairobi seinen Amtssitz hatte, sei dies zur „Katastrophe für die Maisbauern in Kenia“ geworden. Denn mit den Preisen von subventioniertem Mais hätten die Bauern in Afrika nicht mithalten können. Angesichts dieser Subventionen sei „keine vernünftige Entwicklung möglich“, so Töpfer.

Auf der Veranstaltung, die dem Thema „Umwelt, Klimawandel und Gesundheit“ gewidmet war, sprach sich Töpfer auch dafür aus, die Landwirtschaft durchaus zur Energieproduktion zu nutzen. Immerhin habe man in Europa bereits Subventionen für die Stilllegung von Flächen bezahlt. Allerdings sei eine landwirtschaftliche Energieerzeugung nicht hinnehmbar, wenn Menschen hungern müssten.

Der Arbeitsmediziner Professor Axel Buchter, Homburg, ging davon aus, dass eine fortschreitende Klimaerwärmung in unserem Raum erhöhte gesundheitlich Risiken mit sich bringe. Ferner sei damit zu rechnen, dass bei fortschreitender Erwärmung Krankheitserreger aus dem Mittelmeerraum oder den Subtropen in unsere Breiten vordrängen. Allerdings müsse es dann nicht immer zu Epidemien kommen, wie es historisch belegt sei. So werde die Eindämmung der Cholera im 19. Jahrhundert im Saarland dem „Köllertaler Nusslikör“ zugeschrieben, seiner gesundheitsfördernden Wirkung auf der Basis früh geernteter Walnüsse. gf

Aus Saarbrücker Zeitung